Alles neu, aber beim Alten (Kaffee, Teil 1)

In der Werbung für Kaffee ging es bis Ende der 80er Jahre nur um das Eine. Filterkaffee. Darboven, Tchibo und Jakobs – sie alle wollten uns überzeugen, sie würden die besten Bohnen anbieten. Wer die Spots kennt, weiß, es ging unglaublich spießig zu. Hausfrauen, die über ihr Unvermögen verzweifelten, den eigenen Ehemann auf der Kaffeefront zufriedenzustellen. Geburtstagsfeten (ja, damals gab es keine Partys), welche durch die falsche Kaffeesorte zum Desaster zu werden drohten und natürlich dieser aufdringliche Mann, der gleich einem Zeugen Jehovas seinen Opfer an der Haustür auflauerte („Schön, dass Sie uns besuchen, Herr Darboven!“).

Alles falsch - keine Crema, zusammengefallener Bauschaum.
Alles falsch – keine Crema, zusammengefallener Bauschaum.

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Vanilla-Caramel-Salted-Popcorn-Eis-Cream

Ist, was neu ist, immer besser? Oder ist, wer neu isst, immer besser?

Eine Eissorte - really!

Oben: eine Eissorte in Berlin 2017

 

Die Entwicklung steht ja bekanntlich nie still, man gewinnt lediglich gelegentlich diesen Eindruck, wenn man sich die Lage der Welt ansieht. Die Anzahl von Menschen, deren Vorstellungen bereits nach Ablauf des 16. Jahrhunderts nicht mehr en vouge waren, scheint von Tag zu Tag zuzunehmen. Was diese Menschen essen, kann ich natürlich nicht wissen. Ich glaube aber zu wissen, was sie NICHT essen. Zum Beispiel „Vanilla-Caramel-Salted-Popcorn-Eis-Cream“.

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Lebensmittelnationalismus

Lebensmittelnationalismus

Der moderne Großstadtmensch, wie man ihn in streng gentrifizierten Stadteilen der westlichen Metropolen antrifft, ähnelt im Grunde seinen Vorfahren, den Höhlenmenschen. Nicht nur trägt er einen Bart und Haare, als wäre die Seife tatsächlich nicht erfunden worden, er ernährt sich auch ökologisch von größtenteils regional produzierten Lebensmitteln.

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Lebensmittelsnobismus

Wie in einem früheren Beitrag auf diesem Blog festgestellt, bin ich ein durchaus guter Mensch. In welchem Beitrag fragt sich nun vielleicht der eine oder andere und outet sich dabei als unaufmerksamer Leser. Es sei denn, er meint, dass ja alle  davon handeln … Konkret meine ich aber mein Bekenntnis gegen Rassismus und Ausgrenzung von fremden Lebensmitteln. Nur weil sie nicht aus Deutschland kommen, bedeutet dies nicht, dass sie uns etwas Böses wollen …

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Harte Zeiten für Anglophilie

Harte Zeiten

Brexit, zerstrittene Tories, der Chef der Labourpartei am Ende, Boris Johnson wird sich wieder der Malerei widmen …  und der Rausschmiss bei der EM! Es sind harte Zeiten für Anglophilie! Da ist es beruhigend, wenn man als fanatischer Great-Britain-Fan feststellt, dass die beste Band aller Zeiten gegen den Brexit ist. Madness haben beim diesjährigen Glastonbury-Festival festgestellt, “how easy it was to fool 51.9% of people” … Irgendwie bin ich froh, in diesem Herbst nicht nach GB reisen zu müssen, um die beste Band der Welt zu sehen … One step beyond. Am 3. Oktober im Berliner Tempodrom.

 

Nachbarschaftsstreit

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„Erneut bin ich froh, dass ich nicht in Schweden lebe.“ Das sage ich mir von Zeit zu Zeit, aber in diesem Fall ist es ein Zitat vom dänischen Außenminister Kristian Jensen (Venstre – Danmarks Liberale Parti). Er ist 44 Jahre alt oder erst 44 Jahre alt, wie man wohl im Kreise von Außenministern sagt. Daher hat er Facebook gewählt, um diese Äußerung zu tätigen. Er wohnt ja in Dänemark, wo angeblich die glücklichsten Menschen zu Hause sind. Also kann man verstehen, dass er nicht in Schweden leben möchte. Dort gibt es wahrscheinlich nur die Drittglücklichsten.

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Carried away

Carried away

Woran man merkt, dass man übertrieben anglophil ist? Man kauft einige Flaschen überteuerten Indian Pale Ale, verziert  den selbstgebackenen Meat-Pie mit dem Logo der britischen Ska-Pop-Band Madness und überschüttet ihn mit Unmengen unaussprechlicher Worcestershiresauce.  Während man Menschen, die ihre deutsche Kartoffelsuppe mit Maggi würzen, mit rechtschaffender Verachtung begegnet.

Pappi nouveau

Unsere Art zu essen und uns zu kleiden, zu wohnen und zu arbeiten, uns von A nach B zu bewegen – vieles ändert sich mit der Zeit. Ob das gut oder schlecht ist, muss jeder selbst beurteilen. So ziemlich unverändert aber bleibt die Tatsache, dass Menschen Kinder bekommen, auch wenn die Möglichkeiten und Varianten heute vielfältiger sind. Grundsätzlich funktioniert es jedoch wie immer: die Natur nimmt ihren Lauf und knappe zehn Monate später steht man mit Nachwuchs da.

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